Erlebnis Buch
5000 Jahre Schriftkultur in der Staats- und Universitätsbibliothek
Die Geschichte der Hamburger Staatsbibliothek und ihrer Vorgängereinrichtungen geht bis ins Jahr 1479 zurück: seit diesem Jahr wurden im Obergeschoss der "neuen Schreiberei" des Rates Bücher und Handschriften in der "neuen Bibliothek" aufgestellt.
Allein aus diesem Fundus besitzt die Staatsbibliothek Handschriften und Drucke aus über 500 Jahren Hamburgischer Geschichte. Das "schriftliche Gedächtnis" in unserer Bibliothek greift aber weit über diesen Zeitpunkt aus. In der Barockzeit, selbst noch im 19. Jahrhundert, sah die Bibliothek ihren Sammlungsauftrag darin, als Universalbibliothek Zeugnisse der Schrift- und Bildungsgeschichte aller Zeiten zu sammeln. Älteste Schriftzeugnisse sind Geschäftsurkunden auf südbabylonischen Tontafeln aus dem dritten Jahrtausend vor Christus, dazu kommen griechische Ostraka – Schriftstücke auf Tonscherben – des zweiten und dritten Jahrhunderts n.Chr., und über 1200 Papyri von der Zeitenwende bis zum 10. Jahrhundert.
Der Vortrag stellt einige Höhepunkte dieser Schriftzeugnisse aus fünf Jahrtausenden vor und bringt sie in Zusammenhang mit der wechselvollen Sammlungsgeschichte der Hamburgischen Staats- und Universitätsbibliothek.
Veranstalter:
Staats- und Universitätsbibliothek Carl von Ossietzky
Kontakt:
Dr. Marlene Grau
Tel. 040 / 42838-5857
E-Mail: grau@sub.uni-hamburg.de
Die Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg gehört zu den ältesten wissenschaftlichen Einrichtungen der Stadt. Seit dem 16. Jahrhundert ist sie als Universalbibliothek eng mit den akademischen Einrichtungen der Stadt verbunden; seit 1696 erhält sie von den Hamburger Druckern und Verlegern das Pflichtexemplar, ist sie Hamburgs Landes- und Archivbibliothek. Mit der Gründung der Universität Hamburg übernimmt sie 1919 die Aufgabe einer Universitätsbibliothek.
Heute ist die Bibliothek die größte wissenschaftliche Allgemeinbibliothek Hamburgs und gleichzeitig zentrale Bibliothek der Universität und der anderen Hamburger Hochschulen. Sie unterstützt die Forschung und Lehre mit einem Fundus von über 4 Millionen analogen und elektronischen Medien - von der Inkunabel bis zum E-Book. Mit ihrem Verlag Hamburg University Press unterstützt sie "Open Access" in der Wissenschaft. Als Lern- und Arbeitsort auf dem Campus wird sie täglich von 4000 Besuchern aufgesucht, im Internet verzeichnet sie 5 Millionen Besuche pro Jahr und 250.000 Zugriffe auf elektronische Medien. Von überregionaler Bedeutung sind die Service-Produkte HANS, das "Handschriften- und Nachlass-Erschließungssystem", und WEBIS oder "Web-Bibliotheksinformationssystem", ein DFG-Projekt zur überregionalen Literaturversorgung. In den DFG-geförderten Sondersammlungen Politikwissenschaft (mit virtueller Fachbibliothek ViFaPol), Verwaltungswissenschaften, Spanien, Portugal (mit virtueller Fachbibliothek cibera), Küsten- und Hochseefischerei und Indianer- und Eskimosprachen und –kulturen ist die Bibliothek nationaler Spitzenreiter, die Hamburg-Sammlung verwahrt das kulturelle Gedächtnis der Stadt.
Zur Homepage der Staats- und Universitätsbibliothek
Dr. Hans-Walter Stork (geb. 1960), Kunsthistoriker und Theologe, ist Handschriftenbibliothekar an der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg. Vordringlich sind dort derzeit die Katalogisierung der mittelalterlichen Handschriften, vor allem jener, die in den 1990er Jahren aus der Kriegsauslagerung nach Hamburg zurückgekehrt sind, und Arbeiten zur Sammlungsgeschichte der Hamburger Handschriftensammlung. Von ihm liegen zahlreiche Kommentarbände zu Faksimileausgaben illuminierter mittelalterlicher Handschriften vor sowie Publikationen zum mittelalterlichen Buchwesen und zur christlichen Ikonographie.