Hamburger Feuersturm
Ereignis, Erinnerung und Memorialkultur
Dr. Frank Bajohr, Dr. Malte Thießen, Dr. Ulrich Lamparter
Die Historiker Dr. Frank Bajohr und Dr. Malte Thießen sowie der Psychoanalytiker Dr. Ulrich Lamparter thematisieren die Bombenangriffe auf Hamburg im Sommer 1943 ("Aktion Gomorrha") unter dem Aspekt ihrer individuellen, familiären und öffentlichen Verarbeitungsgeschichte; einer Geschichte, die nicht erst nach Kriegsende, sondern unmittelbar nach dem Ereignis begann und bis heute nicht abgeschlossen ist. Dabei werden die unterschiedlichen Perspektiven der Geschichtswissenschaft und der Psychoanalyse miteinander in einen Austausch treten.
Bild- und Tondokumente sollen, kommentiert von Wissenschaftlern der genannten Disziplinen, die mehrschichtige und verwickelte Nach-Geschichte des Hamburger Feuersturms und deren Bedeutungen für das Gedächtnis der Stadt und ihrer Bewohner veranschaulichen und kritisch analysieren lassen.
Veranstalter:
Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg
Kontakt:
Maike Raap
Tel.
040 / 43139720
E-Mail: raap@zeitgeschichte-hamburg.de
Die Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg (FZH) will zur Erforschung des 20. Jahrhunderts unter besonderer Berücksichtigung der Geschichte Hamburgs und Norddeutschlands beitragen. Durch Bücher und Aufsätze, Vorträge und Tagungen machen die in der FZH tätigen Historiker und Historikerinnen die Ergebnisse ihrer Forschungen sowohl der städtischen Öffentlichkeit als auch der allgemeinen wissenschaftlichen Diskussion zugänglich. Die Forschungsergebnisse werden überwiegend in den drei von der FZH herausgegebenen Schriftenreihen "Hamburger Beiträge zur Sozial- und Zeitgeschichte", "Forum Zeitgeschichte" und "Hamburger Zeitspuren" veröffentlicht.
Die Bibliothek der FZH steht allen Interessierten unentgeltlich zur Verfügung. Das Archiv und die Sammlung von Interviews mit Zeitzeugen "Hamburger Lebensläufe - Werkstatt der Erinnerung" sind für wissenschaftliche und publizistische Zwecke zugänglich. Die FZH arbeitet seit 1997 in der Form einer Stiftung bürgerlichen Rechts, die von der Freien und Hansestadt Hamburg getragen wird. Seit 2000 ist sie eine wissenschaftliche Einrichtung an der Universität Hamburg.
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Dr. Frank Bajohr ist wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Forschungsstelle für Zeitgeschichte und war 2000/2001 als Research Fellow am International Institute for Holocaust Research in Yad Vashem/Jerusalem tätig. Er hat zahlreiche Bücher und Aufsätze zur Geschichte der NS-Zeit in Deutschland und Hamburg veröffentlicht. Zuletzt erschien: Der Holocaust als offenes Geheimnis. Die NS-Führung, die Deutschen und die Alliierten, C.H. Beck, München 2006 (zusammen mit Dieter Pohl).
Priv.-Doz. Dr. Ulrich Lamparter ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie und in eigener psychoanalytischer Praxis tätig. Sein besonderes Interesse gilt der Einbeziehung zeitgeschichtlicher Phänomene in die Theorie und die klinische Praxis der Psychosomatik und in die psychotherapeutische Aus- und Weiterbildung. Er ist Leiter des Adolf-Ernst-Meyer Instituts zur Weiterbildung in der Psychotherapie in Hamburg (AEMI).
Dr. Malte Thießen studierte Geschichte, Germanistik und Erziehungswissenschaft und ist seit Januar 2007 in der Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg als wissenschaftlicher Mitarbeiter tätig. Seine Forschungsinteressen und -schwerpunkte liegen im Bereich der Oral History und der Erinnerungskultur zum "Dritten Reich". Zum städtischen Gedenken an den "Feuersturm" erscheint im November 2007 seine Dissertation "Eingebrannt ins Gedächtnis. Hamburgs Gedenken an Luftkrieg und Kriegsende von 1943 bis 2005" bei Dölling und Galitz.